Imbolc – Lichtfest 1. Februar 2021

„Das Alte darf gehen, das Neue können wir schon sehen!“

Anfang Februar hat das zur Wintersonnenwende geborene Licht endgültig gesiegt. Eis und Schnee beginnen hier und da zu schmelzen. Die ersten Schneeglöckchen und Krokusse strecken bereits verheißungsvoll ihre Köpfchen dem Licht entgegen. Die Tage werden merklich länger und die Vögel zwitschern lauter als zuvor. Ein Hauch von Frühling liegt an manchen Tagen schon in der Luft.

Für die alten Völker, die während der langen Winter in ihren Behausungen ausharren mussten, war das Imbolc – Fest vor allem eine Zeit des Frühjahrsputzes. Nicht nur Haus und Hof wurden gereinigt, sondern auch die Strapazen und Krankheiten des Winters oft mit Geschrei, Schellen und Masken (Fastnachtrituale) ausgetrieben. Sie reinigten mit Birkenreisigbesen, räucherten mit Harzen und Pflanzen und trugen symbolisch ein Feuer von Haus zu Haus. In christlicher Tradition weihte der Priester zu Lichtmess Kerzen und statteten sie mit Schutzsegen aus, damit diese dann zu Hause bei Bedarf angezündet werden konnten.  Im keltischen Raum übernahm Brigid, die Feurige, die Überbringerin des Lichts (bride = hell) das Sonnenzepter. Sie brachte das Eis zum schmelzen, ließ die Säfte der Natur steigen und rüttelte als Fruchtbarkeitsgöttin die Bäume wieder wach.    

Das Lichterfest Imbolc (gälisch = im Bauch der Mutter Erde) wurde in manchen Gegenden am zweiten Vollmond nach der Wintersonnenwende gefeiert. In dieser Zeit keimt nicht nur im Mutterschoß  der Samen dem immer stärker werdendem Licht entgegen, die Tiere sind trächtig und die ersten Lämmer werden angelegt. 

In dieser besonderen Schwellenzeit – zwischen Winter und Frühling, Fische-und Wassermannzeitalter- sind wir aufgerufen, die alten Traditionen fortzuführen und den göttlichen Funken auf Erden wiederzubeleben. Wir dürfen das hinderliche Alte lautstark vertreiben und das lichtvolle Neue mit liebevoll geöffneten Armen empfangen.

Ritualvorschläge: Wir können das Alte in einem mit lauten Klängen begleitetem Feuerritual loslassen, in Meersalz uns reinigen, einen Frühjahrsputz durchführen, mit Beifuß, Salbei, Rosmarin, Wacholder, Lavendel räuchern, mit Frühlingsdekoration die neuen Energien ins Haus holen, mit selbst geweihten Kerzen das Licht ins Haus bringen, einen Altar in den Farben der Brigid (rot = Blut des Lebens, aufsteigende Sonne, weiß = Schnee, grün = heranwachsende Natur) schmücken oder einen Samen mit bestimmter Intension in die Erde zum Keimen legen.

Der rückläufigen Merkurs (vom 30.1. bis 21.2.2021) bietet uns die Chance, alte Verhaltensmuster zu erkennen und loszulassen.

Nutzen wir in dieser Übergangszeit die planetaren Energien als Unterstützung!